KNV und die Insolvenz: Was können Verlage tun, um Forderungsausfälle zu vermeiden?

Vergangene Woche berichteten wir an dieser Stelle über die Insolvenz des Großhändlers KNV – und erhielten einige Reaktionen, besonders zu der Frage, wie Verlage und Buchhandlungen sich vor weiteren Forderungsausfällen schützen und das Risiko einer Folgeinsolvenz verringern können. Daher haben wir uns mit dem Thema Kreditversicherung für Verlage intensiver befasst.

Einige größere Verlage kennen das Thema Kreditversicherung bereits und sichern ihre Forderungen im äußerst umkämpften Buchhandelsmarkt ab. Grundsätzlich kann aber jedes Unternehmen unabhängig von seiner Größe eine Warenkreditversicherung abschließen. Ab einem versicherbaren Umsatzvolumen von etwa fünf Millionen Euro können wir eine Kreditversicherung auf Ihre individuellen Bedürfnisse anpassen. Für die vielen kleineren Verlage hingegen müssen wir auf die Standardprodukte der einzelnen Kreditversicherer zurückgreifen – nur so ist sichergestellt, dass eine Kreditversicherungslösung auch preislich im Rahmen bleibt. Zudem ist es gerade für die kleineren Unternehmen enorm wichtig, dass der Arbeitsaufwand hinter der Kreditversicherung realistisch erfüllbar ist: Jeder Versicherungsnehmer muss die Versicherungsbedingungen einhalten können, sprich, Zahlungsgewohnheiten seiner Kunden beobachten und ggf. melden oder auch ein sauberes Inkasso- bzw. Mahnverfahren durchführen. Diese Obliegenheiten einer Warenkreditversicherung müssen ins Tagesgeschäft integriert und erfüllt werden, auch dann, wenn es gerade stressig ist.

Diese Grundsätze haben wir als Spezialisten der Warenkreditversicherung immer im Blick.

KNV Police WKV Verlag

Sie konzentrieren sich auf Ihr Manuskript, die WKV-Police schützt Ihre Liquidität. – Lösungen gibt es auch für kleinere Verlage. Bild: Mari Helin on Unsplash

Zwei Beispiele aus dem Markt

Als Verlag haben Sie eine Handvoll Großkunden – die Barsortimenter und großen Ketten sowie Online-Shops – sowie sehr viele kleinere Geschäftspartner, an die Sie Novitäten und Backlist liefern. Mit vielen Buchhandlungen arbeiten Sie bereits seit Jahr(zehnt)en zusammen, es besteht häufig ein sehr großes Vertrauensverhältnis. (Manches Mal ist es durch jährliche Rabattverhandlungen auch angeknackst.) Sie bieten die branchenüblichen, großzügigen Konditionen: bis zu 90 Tage Zahlungsziel, Remissionsrecht, dazu Rabatte, Freiexemplare durch Partieverkäufe, immer häufiger auch die ungeliebten Werbekostenzuschüsse, Marketinggebühren und vieles andere mehr. Und gerade diese Bedingungen sind es, die Ihnen die liquiden Mittel entziehen, wie sich aktuell schmerzhaft zeigt: Denn bei 90 Tagen Zahlungsziel fehlt vielen von der KNV-Pleite betroffenen Verlagen nun ihr wichtigster Geldbrocken des Jahres: die Umsätze aus dem Weihnachtsgeschäft. Das ist existenzgefährdend. Sie brauchen eine simple Lösung, die Ihre fest kalkulierten Umsätze absichert, bei möglichst geringem Aufwand Ihrerseits.

Diese Angebote aus dem Markt können wir an dieser Stelle präsentieren:

Variante 1

Im Rahmen einer Blinddeckung sichert dieser Basisschutz alle Bestandskunden ohne negativen Zahlungserfahrungen sowie alle Neukunden automatisch bis zur Forderungssumme von jeweils 5.000 Euro ab. Das gibt insbesondere den kleinen und mittelgroßen Verlagen die nötige Sicherheit, die kalkulierten Einnahmen auch pünktlich auf dem Konto vorzufinden und in neue Projekte investieren, Autorenhonorare zu bezahlen oder Druckaufträge erteilen zu können. Die Selbstbeteiligung bei einer solchen Basislösung liegt bei 10 Prozent der Forderungssumme, mindestens aber 500 Euro. Für alle Kunden, die Sie mit mehr als 5.000 Euro versichern wollen, können beim Versicherer (bei entsprechender Bonität problemlos) individuelle Limite vereinbart werden. Versichert sind unbestrittene Forderungen, die Versicherung erstattet 90 Prozent, auch bei Insolvenz des Gläubigers. Die maximale Entschädigungsleistung pro Kunde und Jahr richtet sich nach der gezahlten Prämie. Und hier kommen wir zu den Kosten: Die Mindestprämie im kleinsten Paket dieses Angebots liegt bei 600 Euro inklusive Versicherungssteuer.

Variante 2

Auch diese Police sichert all Ihre Geschäfte blind, das heißt, ohne weitere Prüfung, bis zu einer Höhe von 2.500 € pro Kunde ab. Das Produkt basiert dabei auf sogenanntem Forderungsfranchise: Alle unbestrittenen Forderungen ab einer Höhe von 250 € sind versichert, kleinere Summen tragen Sie als Versicherungsnehmer im Schadensfall selbst – und halten so die Prämie gering. Die Mindestprämie richtet sich nach Ihrem maximalen Risiko, die Selbstbeteiligung liegt ebenfalls bei 10 Prozent. Auch hier liegt die Entschädigungssumme bei 90 Prozent, gezahlt wird bei Forderungsausfall durch Insolvenz und/oder Zahlungsunwille des Kunden.

Bei beiden Varianten können Sie gründliche und aktuelle Bonitätsprüfungen für Ihre Kunden beantragen, diese sind (teilweise) Bestandteil des Pakets. Das bedeutet, Sie können wertvolle Informationen über die Zahlungsgewohnheiten, Aufstellung und wirtschaftliche Stabilität Ihres Geschäftspartners erhalten – zusammen mit einer Bonitätsziffer, die sehr eindeutig Aufschluss darüber gibt, wie sicher oder eben unsicher ein Geschäft mit dem Unternehmen ist. Auch danach sollten sich übrigens die Zahlungsbedingungen richten. Wenn Sie mehr Prüfungen benötigen, lassen sich diese recht simpel nachkaufen.

Unser Rat

Fakt ist: Es gibt den Schutz durch eine Kreditversicherung auch für kleinere Verlage, die die 5 Millionen Euro Jahresumsatz nicht überschreiten. Zwar sind Sie dann auf standardisierte Produkte festgelegt, diese liefern Ihnen aber dennoch eine deutliche Sicherheit vor Forderungsausfall und damit verbunden Liquiditätsverlust und Folgeinsolvenz. Gleichzeitig fügt sich eine Standard-WKV geschmeidig in Ihre Workflows ein, da sie recht wenig von Ihnen fordert, mehr noch: Sie mit Informationen zu Ihren Kunden und zur Branche sowie zu Rechtsfragen ganz praktisch unterstützt und Forderungsausfälle damit aktiv vermeiden kann.

Mit ein paar Hundert Euro im Jahr nicht mehr um die Umsätze des Weihnachtsgeschäfts zittern: Das geht auch für kleinere Verlagshäuser. Wir erklären Ihnen gerne, wie Sie vorgehen sollten. Anbieterübergreifend und unabhängig. Sprechen Sie uns an: Tel. (0 22 72) 919 85 0 oder: genau.richtig(at)viadelcredere.de.

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2019-02-26T10:35:59+00:00Februar 26th, 2019|Branchenrisiken, Kreditversicherung|0 Comments

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