Wieder mehr Pleiten: Mit jedem Quartal des Jahres 2017 gingen mehr Unternehmen in Russland in die Insolvenz, meldet die russische Zeitung New Retail aufgrund von Zahlen des Zentrums für makroökonomische Analysen und kurzfristige Prognosen (ZMAKP). Gegenüber des Vergleichszeitraums – dem dritten Quartal 2016 – zählte man von Juli bis September 2017 3.227 Insolvenzen. Ein Anstieg von 12,4 Prozent.

Russland

Schwacher Konsum, gesunkener Leitzins

Die Analysten des ZMAKP führen die gestiegenen Insolvenzzahlen zum Einen auf eine schwache Konsumnachfrage zurück. Diese sei vor allem mit den seit drei Jahren kontinuierlich sinkenden realen Einkommen der russischen Bevölkerung zu begründen. Zum Anderen konnten offenbar nicht alle Unternehmen vom niedrigeren Leitzins profitieren. Dieser lag zu Beginn des Jahres bei 10 Prozent, Ende Oktober 2017 nach Senkungen durch die Russische Zentralbank aber nur noch bei 8,25 Prozent. Mehrmals hatte die Russische Zentralbank den Leitzins im Laufe des Jahres angepasst, weil die Inflationsrate zurückgegangen war. Diese erreichte Ende Oktober mit 2,7 Prozent einen historisch niedrigen Wert seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion.

Sanktionen

Die Wirtschaftswoche meldete im Sommer, dass die Sanktionen der EU gegenüber Russland einen Schaden in dreistelliger Milliardenhöhe verursacht haben. 60.000 Arbeitsplätze seien verloren gegangen. Auch der niedrige Ölpreis wird von westlichen Ökonomen als Grund für wirtschaftliche Schwierigkeiten Russlands genannt. Die russische Regierung erwartet dennoch ein Wirtschaftswachstum von 2 Prozent für das Jahr 2017 sowie die beiden nächsten Jahre, korrigierte seine Prognosen sogar leicht nach oben. Europäische Analysten gehen von durchschnittlich rund 1,8 Prozent aus, die EU-Kommission rechnet für das Jahr 2019 mit nicht mehr als 1,5 Prozent Wachstum für die russische Wirtschaft.

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