Zahlungsziel: irrelevant

Auch nach der Umsetzung der EU-Zahlungsrichtlinie sind durchschnittlich 40 Prozent aller Rechnungen bei Fälligkeit noch unbezahlt. Zu diesem Schluss kommt das aktuell erschienene Zahlungsbarometer des Kreditversicherers Atradius. Befragt wurden etwa 3.000 Unternehmen aus 13 Ländern Europas zu ihren Erfahrungen mit der inländischen Zahlungsmoral.

Schlusslichter sind der Studie zufolge erneut Griechenland und Italien. Hier warten Gläubiger am längsten, nämlich mehr als 50 Tage, auf den Zahlungseingang. Häufig sogar vergeblich, denn 3,3 Prozent vom Gesamtwert der offenen Forderungen können beispielsweise in Griechenland nur noch als Verlust abgeschrieben werden. In Italien liegt der Wert bei 2,5 Prozent. Empfehlenswert sind dagegen Geschäfte innerhalb Schwedens: Satte 80 Prozent aller Rechnungen werden innerhalb der gesetzlichen Zahlungsfrist von 30 Tagen gezahlt.

Zahlungsrichtlinie

Nach wie vor dicke Ordner: Etwa 40% aller Forderungen sind nach Ablauf der Zahlungsfrist noch offen (europäischer Durchschnitt).

Der Hauptgrund für die verspäteten Zahlungseingänge ist so banal wie erschreckend: In den Unternehmen ist schlichtweg kein Geld da. Mit „unzureichenden liquiden Mitteln“ erklärten mehr als die Hälfte der Befragten ihre Verzögerungen. Nicht zuletzt werden verspätete Zahlungen als Finanzierungsinstrument eingesetzt. Soll heißen: Eine Zahlung wird absichtlich solange wie möglich hinausgezögert.

Nun gibt es seit einiger Zeit bereits die EU-Zahlungsrichtlinie, die wiederum seit vergangenem Jahr in nationales Recht umgesetzt ist. Doch wie steht es mit ihrer Einhaltung? Werden Zahlungsbedingungen wie im Gesetz festgeschrieben vereinbart? Der Atradius-Report stellt fest, dass insbesondere Griechenland und Italien wiederum die mit Abstand längsten Zahlungsziele gewähren. Und: Im europaweiten Durchschnitt ist nur jede zweite Rechnung mit dem Zahlungsziel 30 Tage beschriftet.

Trotz der derzeit niedrigen Ausfallquoten der Kreditversicherungen belegt diese Umfrage, dass das Risiko eines Forderungsverlustes nach wie vor besteht. Und was passiert, wenn sich die wirtschaftliche Lage in Europa oder weltweit wieder abkühlt? Das Ergebnis dieser Umfrage dürfte dann noch schlechter ausfallen.

Eine Warenkreditversicherung schützt sie vor dem Risiko eines Zahlungsausfalls – und Factoring finanziert ihre Außenstände.

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2018-11-05T23:49:46+00:00April 24th, 2015|Factoring, Kreditversicherung|2 Comments

2 Comments

  1. […] (bei den großen Händlern) oder zur Selbsterhaltung (bei den kleinen Händlern). Die von der EU-Zahlungsrichtlinie vorgegebenen 30 Tage Zahlungsziel werden im Nonfood-Handel nur selten erreicht, häufiger geht es […]

  2. […] auf maximal 60 Tage begrenzt. Dass diese Fristen in der Praxis aber nicht eingehalten werden, stellte beispielsweise auch schon der Kreditversicherer Atradius fest. Der Grund dafür war denkbar banal: fehlende liquide Mittel. Schlichtweg kein Geld in der Kasse, […]

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