Wie die niedrigen Zinsen die Wirtschaft schwächen – und wie Sie Ihr Unternehmen konkret schützen

270.000 Firmen sind finanziell angeschlagen, titelten Anfang Juli die Wirtschaftszeitungen in Deutschland. Vor der Insolvenz bewahre sie: der niedrige Zins. Eine Viertelmillion Unternehmen allein in Deutschland kommt also trotz schlechter Auftragslage, wackliger Perspektive oder Unrentabilität noch immer an Kredite – und kann sich mit denen über Wasser halten.

Tatsächlich gingen die Insolvenzen in den letzten Jahren zurück, zuletzt um 8 Prozent. Eine per se erfreuliche Entwicklung. Vorausgesetzt, die kriselnden, gerade so durchhaltenden Unternehmen ziehen ihre Geschäftspartner nicht mit in Schwierigkeiten. Genau dies ist aber die Gefahr, wenn – laut der entsprechenden Creditreform-Studie – mehr als 270.000 Unternehmen ihre Rechnungen nicht mehr pünktlich zahlen können, kaum oder gar kein Eigenkapitel mehr aufweisen oder sogar schon in den roten Zahlen sind.

Leitzins Zinsen

Dass die EZB dann kürzlich erneut die Zinsen senkte, sorgt nun für weiteres billiges Geld und eine sich noch schneller drehende Schuldenspirale bei ohnehin angegriffenen Unternehmen. Der Insolvenzstatistik wird das helfen, aber nutzt es langfristig auch der Volkswirtschaft? Wirtschaftsexperten bezweifeln dies schon lange, schließlich kaufen wir uns damit auch weitere Inflation. Öffnet internen Link im aktuellen FensterUnd verschuldete Unternehmen bremsen das Wachstum in allen Branchen.

Wie können Sie sich als Unternehmen schützen?

Zu allererst: Schauen Sie genau auf Ihre Geschäftspartner. Zahlen diese pünktlich? Halten sie sich zuverlässig an alle anderen getroffenen Vereinbarungen? Hat sich das Zahlungsverhalten in den letzten Jahren oder Monaten verändert? Bedenken Sie: Schwache Unternehmen schaden der gesamten Wirtschaft. Wenn Sie aber mit ihnen zusammenarbeiten, dann schaden sie ganz konkret Ihrem Hause.

Danach folgt der Blick auf Branchen- und Länderrisiken – die entsprechende Fach- und Wirtschaftspresse ist dazu Pflichtlektüre. Und: Beachten Sie das Risiko, dass durch das derzeit geltende Insolvenzanfechtungsrecht entsteht. Demnach können Insolvenzverwalter noch zehn Jahre nach einer erhaltenen Zahlung diese von Ihnen zurückfordern.

Wo hilft der Kreditversicherer?

Entscheidend: Der Versicherer zahlt nicht nur im Schadenfall, sondern nimmt Ihnen bereits vorher einige Arbeit ab. Alle Versicherer beobachten ständig die Märkte, prüfen und bewerten Unternehmen und stufen Risiken ein. Das Ziel ist natürlich, den Schadenfall komplett zu vermeiden. Forderungsausfälle – auch die, die viele Jahre verzögert durch den Insolvenzverwalter entstehen können – werden mit der richtigen Police abgesichert (und ersetzt). Und eine Folgeinsolvenz brauchen Sie dann ebenfalls nicht fürchten.

Übrigens: Die EZB senkte nicht nur erneut die Zinsen, sondern zwingt Banken auch, den Unternehmen weiterhin billige Kredite zur Verfügung zu stellen. Der unbestritten riskante Kreislauf dreht sich also noch immer weiter – für 270.000 Unternehmen und ihre Zulieferer, Abnehmer, Partner.

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2018-11-05T23:49:37+00:00September 19th, 2014|Kreditversicherung|2 Comments

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  1. […] diese Zinsen sind ein wesentlicher Grund für stetig sinkende Schadensquoten in Deutschland und Europa. Früher […]

  2. […] diese Zinsen sind ein wesentlicher Grund für stetig sinkende Schadensquoten in Deutschland und Europa. Früher […]

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