Der Türkische Lira, der südafrikanische Rand, der argentinische Peso: In einigen Regionen sorgen derzeit Kurseinbrüche der Landeswährung für Turbulenzen. Ihr Wertverlust gegenüber dem US-Dollar schwächt nicht nur die eigene Wirtschaftskraft und den eigenen Markt, sondern wirkt sich zudem negativ auf wirtschaftlich stark verbundenen Staaten und Märkte aus.

Aus Sicht einiger Analysten ist weiterhin mit sinkenden Kursen zu rechnen. Die Ursachen: ein eventuell stagnierendes Wachstum in China sowie eine rigidere US-amerikanische Geldpolitik. In der Folge könnten Investoren ihre Gelder (weiter) zurückziehen und die ohnehin instabilen Märkte der Schwellenländer in die Krise rutschen. Und mehr noch: Es ist zu befürchten, dass sie andere Länder mit in die Krise ziehen.

Währungskrise Schwellenländer

Auch für das konjunkturell nach wie vor stabile Deutschland kann eine Krise in Asien und Lateinamerika Folgen haben. Konnte man den Umsatzrückgang in traditionellen Märkten bislang mit dem Wachstum der Emerging Markets auffangen, sind nun gerade die Unternehmen in Gefahr, die einen hohen Anteil ihres Umsatzes in Schwellenländern erwirtschaften. Die US-Bank JP Morgan nennt in einem Artikel in “Die Welt” unter anderem Adidas, Beiersdorf und Henkel mit mehr als 40 Prozent “Schwellenländer-Quote”.

Wie sehr sich einzelne Märkte beeinflussen, zeigten Argentinien und Spanien. Nachdem der argentinische Peso am vorvergangenen Donnerstag regelrecht abstürzte, kam es bereits am Folgetag zu Kurseinbrüchen am spanischen Aktienmarkt. Schließlich sind viele spanische Unternehmen stark am argentinischen Markt vertreten.

Und mehr noch: Um ihre Landeswährungen stabil zu halten, stoßen einige Länder bereits US-Anleihen ab. Geht der Ausverkauf weiter, wird dies unmittelbare Folgen für das Finanzsystem der USA haben. In den Schwellenländern selbst ist nach wie vor mit Wirtschaftsturbulenzen zu rechnen – und demnach auch mit einem Abfluss des Geldes und dem Verlust an Wettbewerbsfähigkeit.

Wir erwarten, dass in der Folge auch die Deckungsquoten der Versicherer in den betroffenen Ländern zurückgehen. Unternehmen, die sich in Schwellenländern engagieren und/oder investieren, sollten sich umgehend die einzelnen politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen ansehen und ihre Risiken kritisch bewerten. Wir unterstützen Sie gern.

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