Der Mittelstand ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft – das ist weniger eine Binsenweisheit als ein seit Jahrzehnten belegbarer Fakt. Selbst in Krisenzeiten agieren viele deutsche Mittelständler meist stabil. Hinter der souveränen Marktperformance steht in aller Regel auch eine fundierte und nachhaltige Finanzplanung.

Aber: Immer wieder stellen wir fest, dass genau diese zu einseitig gelagert ist. Häufig bleiben Mittelständler nämlich bei konventionellen Geldquellen wie etwa der Kreditaufnahme – und sie tun dies über “ihre” angestammte Bank. Die Bank erhält nun über die Jahre unter Umständen immer mehr Sicherheiten, die unternehmerische Freiheit wird zunehmend eingeengt.

Dabei ist gerade eine solide mittelfristige bis langfristige Finanzplanung die Voraussetzung, um die eigene Liquidität auch in Krisenzeiten abzusichern – und für diese sollten auch Alternativen zur Hausbank durchgespielt werden. Im Vorteil ist der, der sich früh genug kümmert. Denn: Möglichkeiten zur Deckung des Finanzbedarfes gibt es viele. Rechtzeitig eine zweite oder dritte Bank mit in die Unternehmensfinanzierung einzubinden, ist oft der erste Schritt zur Aufhebung von Abhängigkeiten.

Zur Unternehmensfinanzierung immer wieder im Gespräch sind Mittelstandsanleihen. Besonders Kleinanleger glauben an den Mittelstand und versprechen sich überdurchschnittliche Renditen. So sind die Anleihen immer schnell vergriffen, der Geldfluss in Richtung der Unternehmen kommt sofort in den Gang. Dennoch haftet den Anleihen ein negativer Beigeschmack an. Analysten bezweifeln ihren tatsächlichen Wert und raten Anlegern, genau hinzuschauen: Ist etwa der bekannte Markenname auch Teil des Unternehmens, dass die Anleihe herausgibt?

Vor einer eventuellen Emission sollten Mittelständler daher insbesondere über ihre Reputation innerhalb dieses Umfelds nachdenken. Und sich keinesfalls vom “schnellen Geld” blenden lassen – schließlich folgen fünf Jahre nach Emission die Refinanzierung oder die Rückzahlung. Es ist kaum abzuschätzen, wie sich der Markt dann verhält und in wie hoch das Vertrauen der Anleger dann ist.

Auch zwingen die neuen rechtlichen Regelungen hinter die Basel III die Banken ab 2014, sich möglicherweise kritischer mit ihren Kunden auseinanderzusetzen. Das heißt, das Kreditvolumen an den Mittelstand wird wahrscheinlich deutlich enger.

Als ernstzunehmende Alternative zu den bisherigen Finanzierungsformen, da liquiditätssteigernd, empfiehlt sich an dieser Stelle das Factoring. In diesem Verfahren werden die unternehmenseigenen Forderungen verkauft. Das Factoringunternehmen erwirbt diese und es fließt sofort Geld, mit dem der Factoringnehmer wirtschaften kann. Vorteilhaft wirkt sich aus, dass der Factor regelmäßig die eigene Bonität sowie die der Geschäftspartner prüft. Das macht geschäftliche Kooperationen weniger riskant. Je nach Debitorenstruktur kann es sein, dass die Bonität des eigenen Unternehmen dabei völlig in den Hintergrund tritt und es sich so neue Finanzierungsmöglichkeiten eröffnen. Und: das Problem der Refinanzierung wie bei Mittelstandsanleihen erübrigt sich.

Haben Sie Fragen zum Thema Factoring? Wir beraten Sie gern.

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