Osteuropa: Weniger Insolvenzen, mehr Wachstum

„Wirtschaft im Osten auf Wachstumskurs“, „Warum die Wirtschaft in Osteuropa wieder boomt“, „Wirtschaft in Osteuropa wächst doppelt so schnell wie in Eurozone“: So und ähnlich klingen die Schlagzeilen seit etwa zwei Jahren. Und was als kleiner Aufschwung begann, entwickelt sich tatsächlich langsam zu einem neuen Wirtschaftsboom. Ende 2017 passten internationale Konjunkturbeobachter wiederholt das Wirtschaftswachstum nach oben an. Von vier Prozent und mehr für die Länder im Osten der EU gehen sie inzwischen aus.

Bulgarien, Rumänien, Estland, Litauen, Lettland, die Slowakei, Ungarn, Polen oder Tschechien: Sie alle waren in der Vergangenheit all zu oft abhängig von den westlichen Industrieländern. Das Image der verlängerten Werkbank von Deutschland und dem restlichen Europa aber trifft nur noch zum Teil zu. Nachdem der letzte Boom in diesen Ländern (mit noch deutlich höheren Wachstumsraten) mit Ausbruch der Finanzkrise jäh endete, bekamen die Fabriken keine Aufträge mehr. Heute hingegen ist der Boom deutlich breiter aufgestellt. Hohe Investitionen und gestiegener Privatkonsum treiben das Wirtschaftswachstum an. Trotz starker Lohnsteigerung bleiben die Lohnstückkosten stabil. Fachkräftemangel ist allerdings auch in diesen Ländern ein gängiges Thema.

Experten rechnen damit, dass die wachstumsstärkste Region Europas auch in den kommenden zwei Jahren ein besseres Wachstum haben werden als die alten EU-Staaten – und sie hat durchaus noch Aufholpotenzial. Selbst Tschechien als eines der stärksten Länder in Osteuropa wird auch nach zehn Jahren Wachstum noch lange nicht das durchschnittliche Bruttoinlandsprodukt der EU erreicht haben.

Schauen wir uns die Unternehmensinsolvenzen an: In ganz Mittelosteuropa (MOE) sanken sie von 2015 auf 2016 um 14 Prozent. Mit einem satten Minus von 35,6 Prozent führt Bulgarien diesen Trend an. Das Schlusslicht mit einem Zuwachs von 56,9 Prozent mehr Insolvenzen bildet Ungarn. Der Versicherer Coface geht von einer weiteren Reduzierung der Unternehmensinsolvenzen für 2017 (-3,9 Prozent) und 2018 (-2,3 Prozent) aus.

Osteuropa Insolvenz

Der Versicherer Coface untersuchte die Insolvenzzahlen in mittel- und osteuropäischen Staaten.

Dass auch die Kreditversicherungen in diesen Ländern Potenzial sehen, zeigt sich derzeit übrigens auch daran, dass Atradius seine internationale Präsenz durch die Eröffnung neuer Büros in Bulgarien und Rumänien verstärkt.

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2018-11-05T23:37:12+00:00Januar 16th, 2018|Länderrisiken|0 Comments

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