Hacker in Brasilien und der Kampf gegen Cybercrime

Mehr als 2.000 Kunden der Oldenburgischen Landesbank seien von Betrügern um insgesamt anderthalb Millionen Euro erleichtert worden – diese Meldung verbreitete sich kürzlich durch alle Medien. Und sie zeigte zwei Dinge: Wie global Angriffe auf IT-gestützte Systeme stattfinden, und wie verletzlich wir sind.

Während die geprellten Kunden ihr Geld inzwischen von ihrer Bank ersetzt bekamen, beginnt für die OLB selbst die Spurenarbeit – denn noch ist unklar, wie genau die Betrüger vorgegangen sind. Fakt ist: Mittels gefälschter Karten und EC-Terminals konnten sie von den Konten Geld abheben, und das vermutlich ohne überhaupt einmal auf der Weltkarte nachzuschauen, wo genau dieses Oldenburg, in dem viele ihrer Opfer zuhause sind, liegen könnte. War es Software, die die zu den Konten gehörenden Geheimnummern knacken konnte? Oder haben die Betrüger die Nummern händisch ausprobiert? Den genauen Tathergang muss man nun rekonstruieren.

Es wird nicht besser

Fakt ist: Wirtschaftskriminalität steigt an, und die „Sparte“ Cybercrime bzw. Betrug über das Netz floriert dabei besonders. Mehrere Milliarden Euro Schaden soll allein in Deutschland jährlich durch sogenannte Cybercrime-Verbrechen entstehen, und vielleicht wären es gar mehr, würden alle Vergehen gemeldet. Denn um einen Imageschaden abzuwenden, zeigen viele betrogene Unternehmen etwa einen Betrug gar nicht an. Andere bemerken noch nicht einmal, dass sie ausspioniert wurden oder gar noch immer werden. Und auch die Behörden haben es schwer: Wie lassen sich Ermittlungen führen, wenn Datenspuren nebst den verursachenden kriminellen Hackern sich im Ausland, häufig nicht einmal innerhalb Europas, befinden?

Im Grunde ist Cybercrime wie das Internet selbst:
Es geht eben nicht mehr weg. Umso wichtiger, dass vorgesorgt und abgesichert wird.

Immer eine Nasenlänge voraus scheinen die Hacker, während Unternehmen und Behörden hierzulande seit Jahren auch über Nachwuchsmangel klagen. Systemadministratoren, die nicht nur alle Rechner und Tools am Laufen halten, sondern auch sämtliche Systeme und Daten vor unerlaubtem Zugriff schützen, sind für viele Unternehmen genauso schwer zu finden wie für Behörden die Ermittler, die sowohl IT-als auch Rechtskenntnisse besitzen. Gleichzeitig arbeiten auch in Privathaushalten immer mehr Geräte Internetverbindung, sind wir alle in Beruf und Freizeit über unsere Smartphones und Tablets, unsere Fitnessuhren und Fernseher miteinander vernetzt. Befragungen zeigen, dass die Bürger sich inzwischen vor Angriffen auf Krankenhäuser oder etwa die Stromversorgung fürchten. Die Bundesregierung hat reagiert und will neben der ohnehin in diesem Bereich tätigen Behörden BKA und BSI nun auch eine Agentur für Innovationen in der Cybersicherheit gründen.

Betroffene Branchen: Chemie und Maschinenbau

Die deutsche Industrie dürfte die erhöhten Aktivitäten begrüßen, sind sie doch seit Jahren in großem Umgang von Angriffen, Sabotage, Datendiebstahl und Spionage betroffen. Drei von vier Chemie- und Pharmaunternehmen (74 Prozent) wurden in den vergangenen zwei Jahren Opfer, weitere 22 Prozent waren vermutlich betroffen, meldete der Branchenverband BITKOM Ende 2018. Damit sind diese Branchen Negativspitzenreiter. Es folgen Unternehmen aus dem Automobilbau (68 Prozent), der Maschinen- und Anlagenbau (67 Prozent) sowie die Hersteller von Kommunikations- und Elektrotechnik (63 Prozent).

„Deutsche Industrieunternehmen verfügen über einmaliges Spezialwissen. Das macht sie erfolgreich und gleichzeitig attraktiv für Angriffe“, erklärte Bitkom-Präsident Achim Berg und ergänzte, dass der Industrie allein in den vergangenen beiden Jahren ein Gesamtschaden von 43,4 Milliarden Euro entstand – allein durch Sabotage, Datendiebstahl oder Spionage.

Nun ist es im Zeitalter von Digitalisierung, Automatisierung und unter dem Schlagwort Industrie 4.0 kaum möglich für die innovationsgetriebene deutsche Wirtschaft, alle Geräte auszustecken und analog zu produzieren. Allein die Kommunikation mit Geschäftspartnern, Abnehmern und Zulieferern würde bereits nach wenigen Minuten zusammenbrechen. Wer einmal die seltsame Stimmung zwischen Tatenlosigkeit und Aufregung erlebt hat, die in deutschen Büros ausbricht, sobald Telefonanlage oder WLAN ausfallen, mag sich keine moderne, automatisierte Produktionshalle ohne vernetzte und automatisiert gesteuerte Maschinen vorstellen.

Schutz vor Cybercrime-Schäden

Dennoch ist die Gefahr eines Angriffs und resultierender Schäden präsent. Die 2.000 Kunden der OLB waren erleichtert, als ihre Bank das verloren geglaubte Guthaben zurück überwies. Ein ähnliches Schutzschild für Unternehmen bietet eine Vertrauensschadenversicherung. Eingebettet in eine umfassende Cyberstrategie können wir Ihnen eine Reihe von Lösungen anbieten, die Ihnen die Verluste durch gezielte Cyberangriffe ersetzen.

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2019-10-29T22:54:18+00:00September 11th, 2019|Vertrauensschadenversicherung|0 Comments

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