Es gibt kein Recht auf ein Kreditlimit! Finanzkommunikation in Zeiten der Digitalisierung

Ein Leben ohne Internet ist heutzutage nicht mehr vorstellbar. Informationen verbreiten sich in Sekundenschnelle und der Zugang zu diesen scheint unerschöpflich. Dies ist Fluch und Segen zugleich: Ein guter Ruf kann häufig schneller zerstört werden, als er aufgebaut werden konnte. Was bedeutet das für Ihr Unternehmen? Setzen Sie auf eine offene und transparente Kommunikation – auf jeder Ebene.

In unserer täglichen Arbeit stellen wir fest, dass mit fortschreitender Digitalisierung das Thema Finanzkommunikation eine grundlegende Rolle einnimmt. Denn: Versicherer vergeben Limite nur, wenn sie über genügend Informationen verfügen. Es gibt kein Recht auf ein Kreditlimit!

Es reicht nicht, dass Ihr Unternehmen gute Zahlen schreibt – Sie müssen diese auch ausreichend kommunizieren. Liefern Sie dem Versicherer alle entscheidenden Informationen: Je transparenter Ihr Unternehmen für ihn wird, desto exakter und eindeutiger kann es bewertet werden. Mehr noch, ausreichend hohe Kreditlimite kann ein Versicherer häufig erst vergeben, wenn er über die aktuellen und vollständigen Informationen verfügt.

Jahresbilanz Finanzkommunikation

Zudem stärkt eine gute Finanzkommunikation das Vertrauensverhältnis zu Ihren Kapitalgebern und hilft Ihnen dabei, eine gute Reputation aufzubauen und beizubehalten. Je offener Sie mit Ihren Zahlen umgehen, desto positiver wird dies von Ihrem direkten oder indirekten Geschäftsumfeld – wie zum Beispiel Lieferanten, Auskunfteien, Kreditinstituten oder Kunden – wahrgenommen.

Ohne ihn geht nichts: Der Jahresabschluss

Die zentrale Rolle bei einer aktiven Finanzkommunikation spielt Ihr Jahresabschluss. Laut einer Studie der Creditreform (2017) sehen immer mehr Unternehmer diesen nicht nur als Pflichtübung für den Gesetzgeber, sondern erkennen außerdem, dass er mit großen Vorteilen für ihre Unternehmen verbunden sein kann. Seit 2007 sind die meisten Kapital- und Personengesellschaften dazu verpflichtet, Ihren Jahresabschluss im Bundesanzeiger zu veröffentlichen. Den Bilanzen im Bundesanzeiger gilt oft auch der erste Blick bei der Bewertung eines Unternehmens. Je besser die Bilanzbonität, desto positiver wirkt sich dies auf die Risikobewertung Ihres Unternehmens aus. Ein starkes Eigenkapital und geringe Verbindlichkeiten sind wichtige Faktoren für die Bewertung einer Bilanz. Dennoch ist eine umfassende Bewertung Ihres Unternehmens mit diesen Daten nur begrenzt möglich.

Wirtschaftsauskunfteien wie Creditreform oder CRIFBÜRGEL nehmen im Rahmen der Digitalisierung der Finanzkommunikation eine wichtige Funktion ein. Sie sind nicht nur für die Versicherer eine grundlegende Informationsquelle, sondern auch für Banken und Leasinggesellschaften. Auch hier zeigt sich regelmäßig, dass die Bonitätsbewertung einer Auskunftei steigt, je mehr Informationen vorliegen.

Daher ist es wichtig, den Auskunfteien regelmäßig den vollständigen Jahresabschluss inklusive Gewinn- und Verlustrechnung zur Verfügung zu stellen. Auch die sogenannten Selbstauskünfte spielen bei der Bewertung eine zentrale Rolle. Die o.g. Studie der Creditreform zeigt, dass gerade der deutsche Mittelstand hier noch Nachholbedarf hat – lediglich ein Drittel der Unternehmen stellen diese Informationen regelmäßig zur Verfügung.

Türöffner: Ein aktuelles, positives Rating

Auf Basis der von Ihnen erbrachten Finanzinformationen wird an verschiedenen Stellen ein Rating erstellt. So vergibt beispielsweise die Creditreform ein Rating von AAA bis D, der Versicherer Atradius von 1 bis 100. Je besser Ihr Rating, desto besser sind Ihre Verhandlungspostitionen – bei Banken, bei Versicherern und auch bei neuen Kunden und Lieferanten. Ein besseres Rating lässt automatisch auf eine hohe Kreditwürdigkeit schließen. Dies stärkt das Vertrauen in bestehende und zukünftige Geschäftsbeziehungen, schließlich wurde das das Rating von einer unabhängigen dritten Partei erstellt, die Ihre Finanzdaten neutral analysiert und bewertet.

Eine gute Finanzkommunikation eröffnet Ihnen außerdem den Zugang zu neuen Finanzierungswegen. So verlassen sich einige Kautionsversicherer in Deutschland bei der Kalkulation neuer Rahmen auf eine Eigenauskunft des Unternehmens und den Creditreform-Index. Je besser der Index, desto besser das Risiko für den Versicherer und das wiederum hat einen Einfluss auf den Prämiensatz. Auch an diesem Beispiel möchten wir Ihnen zeigen, dass der Aufwand sich für Sie lohnt. Die gesamte Unternehmensfinanzierung vom Kontokorrentlinien bei den Hausbank über Bürgschaften, Leasing oder auch Factoring (link) kann davon profitieren.

Der Anfang: Kennzahlen liefern

Sie sehen also, dass eine offene und vollständige Finanzkommunikation eine entscheidende Rolle in Ihrem Geschäftsleben spielt. Je mehr Informationen Sie preisgeben, desto besser ist dies für die Bewertung und die Reputation Ihres Unternehmens. Man muss ganz klar sagen: Keine Informationen sind negative Informationen!

Als Fachmakler stehen wir Ihnen bei allen Fragen rund um die Themen Warenkreditversicherung, Factoring und Bürgschaften gerne zur Verfügung. Gerne unterstützen wir unsere Kunden auch in Fragen zur Finanzkommunikation gegenüber den Kreditversicherern. Rufen Sie uns an.

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2018-11-05T23:30:52+00:00April 27th, 2017|Kreditversicherung, Unternehmensfinanzierung|0 Comments

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