Die wichtigsten – und bislang von Erfolgen verwöhnten – deutschen Branchen kränkeln: Die Maschinen- und Anlagenbauer sowie die Automobilhersteller klagen über Auftragsrückgänge.

Es sind Schlagzeilen, die wir hierzulande kaum kennen: Weniger Bestellungen im Maschinenbau, gebremste Gewinnerwartungen bei Automobilherstellern, erneut Rückgang der Exporte im Anlagenbau. Seit Jahrzehnten gelten Maschinen und Anlagen “made in Germany” als sichere Bank – sowohl für technisch für den Kunden als auch wirtschaftlich für die großen Marken und ihre vielzähligen Zulieferer.

Seit einiger Zeit jedoch beobachtet der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) Umsatzrückgänge. Im Februar diesen Jahres lag der Auftragseingang 4 Prozent hinter Vorjahr, das Exportvolumen konnte die Branche im Jahr 2013 nur knapp auf Vorjahresniveau halten. Und obwohl der VDMA anlässlich der Hannover Messe an seiner Wachstumsprognose von 3 Prozent festhielt, verwies man auf Risiken in den Schwellenländern. Zudem trübt die Euroaufwertung das Exportgeschäft.

Die deutsche Wirtschaft lebt vom Maschinen- und Anlagenbau sowie von der Fahrzeugindustrie

Ähnliche Klagen gibt es in der Automobilindustrie – nur betreffen die Rückgänge hier vor allem die heimischen Märkte. Laut des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie (VDA) ging der westeuropäische Pkw-Markt im Jahr 2012 um 8 Prozent zurück. Auch das Jahr 2013 begann zurückhaltend, abschließende Zahlen werden für den Sommer erwartet.

Hinzu kommen Effizienzprobleme: Forschungsintensive Produkte wie das Elektroauto fahren auch nach Jahren innerhalb der Verlustzone. Dramatischer Smog in vielen Metropolen und steigende Kraftstoffpreise erfordern aber nach wie vor eine Weiterentwicklung der Technologie – hier sind Investitionen nötig.

Nun ist die Automobilbranche nicht allein vom deutschen Markt abhängig. Im Gegenteil: Seit Jahren verdienen Daimler, VW, BMW und Co. das meiste Geld im außereuropäischen Ausland. Mit fast 30 Prozent ist dabei China der größte Absatzmarkt. Jedes fünfte innerhalb Chinas verkaufte Auto wird von deutschen Unternehmen hergestellt – vor Ort und meist in Joint Ventures mit chinesischen Herstellern. Der Markt hat weiterhin hohes Potenzial, denn nur fünf Prozent der Chinesen besitzen bislang ein Auto. Und: Die Regierung möchte Alt-Autos mit hohem Schadstoffausstoß verbieten. Auch daraus ergeben sich enorme Wachstumschancen für die Autobauer.

Zur Fertigung im Ausland kommen die Exporte: Kraftfahrzeuge und Kfz-Teile im Wert von 190 Milliarden Euro machten sich von Deutschland auf den Weg in ihre Zielländer. Das sind 17 Prozent des Exportvolumens der Bundesrepublik – eine Spitzenreiterposition. Auch hier ist China ein wichtiger Markt, gefolgt von den USA.

Die Exportstärke der Branche ist jedoch auch problematisch, schließlich ist das Risiko eines Zahlungsausfalls immer mit an Bord – und in vielen Fällen sind Unternehmen dann den Regeln des Zielmarkts völlig ausgeliefert. Anhand von Marktbeobachtungen können drohende Zahlungsverzögerungen und -ausfälle sowie Insolvenzen zwar häufig frühzeitig erkannt und umschifft werden. Einige Risiken jedoch, etwa politische Spannungen, können plötzlich auftreten. Eine Einflussnahme ist unmöglich, es bleibt im Zweifel nur der Rückzug aus dem Markt.

Mit Sorge blicken deutsche Unternehmer derzeit etwa auf die Ukraine: Eine Auflösung des derzeitigen Machtkampfs ist nicht nur, aber natürlich auch wegen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit unabdingbar. Umso mehr, da mit Russland ein starker Exportpartner in den Konflikt involviert ist.

Fakt ist: Ohne den Export können Wachstumsvorhaben jedoch nicht realisiert werden. Die Konsequenz für Automobilhersteller und -zulieferer kann daher nur die gründliche und kritische Beobachtung der Märkte und ihrer Risiken sein.

Wie im Straßenverkehr gelten daher vorausschauendes Fahren und die Absicherung mit Airbags und Aufprallschutz als Gebot der Stunde. Die Kreditversicherer unterstützen dabei – und als unabhängiger Makler zeigen wir Ihnen gern die entsprechenden Policen. Sprechen Sie uns an!

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