Was war 2017 – und was wird uns 2018 (weiter) beschäftigen?

Immer mehr politische Unruhen und Unwägbarkeiten: Das vergangene Jahr zeigte uns, wie fragil Wirtschaft und Unternehmertum sein können, wenn sich sicher geglaubte Machtverhältnisse – oder auch nur Haltungen – plötzlich ändern.

Wo es kriselt

Beginnen wir doch gleich mit der Politik: In den USA begann Donald Trump mit dem im Wahlkampf angekündigten Protektionismus. Die Autos amerikanischer Hersteller sollten beispielsweise bevorzugt, ausländische Fahrzeuge gar nicht mehr importiert werden. Die Ende Dezember unterzeichnete Steuerreform brachte unter anderem für Daimler und BMW aber offenbar erst einmal Vorteile. Andere Branchen leiden aber bereits unter Einfuhrzöllen.

 

In den USA gebe es in manchen Straßen vor fast jedem Haus einen Mercedes Benz, erklärte Trump – aber keine entsprechende Anzahl amerikanischer Autos in Deutschland. Bild: Pixabay, CC0

In Russland beobachteten wir im Jahresverlauf eine steigende Anzahl an Insolvenzen. Außerdem änderte sich nichts an den seit Jahren bestehenden Problemen, etwa der überschuldete Staatshaushalt, die Konflikte mit der Ukraine und die Nachteile durch das in Teilen noch andauernde EU-Wirtschaftsembargo. Wer in Russland Geschäfte macht, braucht nach wie vor eine hohe Risikobereitschaft.

Noch viel schwerer als wirtschaftliche Restriktionen wiegt aber die Furcht vor politischen Unruhen und Konflikten. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherer (GDV) meldete dementsprechend im Dezember, dass die deutschen Großunternehmen von allen Risiken am häufigsten instabile politische Rahmenbedingungen als besorgniserregend empfinden. Bereits im April zeigte der Global Risk Index der Coface eine steigende Anzahl politischer Risiken.

Unter „Länderrisiken“ abgelegt haben wir auch China – jedoch aus entgegengesetzter Perspektive. Ein Artikel des SPIEGELS nämlich kündigte im Herbst 2017 an, das Reich der Mitte würde in wenigen Jahren die wirtschaftliche Weltmacht Nummer Eins sein. Wir haben uns ausgiebig mit den Kennzahlen beschäftigt und gefragt, wie die Unternehmer hierzulande sogar vom Aufstieg Chinas profitieren könnten. Denn schon Anfang des Jahres stellten wir fest, dass unter den 100 wertvollsten Konzernen weltweit nur noch vier deutsche sind.

Die letzten vier: Im Börsenranking der wertvollsten Konzerne weltweit sind nur noch vier deutsche Unternehmen unter den Top 100.

Die zehn wertvollsten Konzerne entstammen allesamt den USA.
Quelle: aktuelle Börsendaten, PWC, Bloomberg
*Die Werte wurden durch uns aktualisiert, sie beziehen sich auf den 27. Februar 2017.

Bei wem es kriselt

In den Medien bestimmte das Auto (und ein Wolfsburger Konzern, dessen Zukunft sowie die Zukunft der Mobilität generell) das Thema. Aus Perspektive der Kreditversicherungsbranche sind insbesondere für kleinere und mittlere Zulieferbetriebe härtere Marktbedingungen zu erwarten, bedingt durch den Technologiewandel, Gesetzesänderungen in einigen Ländern und neue Konkurrenten.

Ein weiteres Sorgenkind bleibt aber auch der Einzelhandel, der Jahr für Jahr mehr Margen an Online-Shops abgeben muss, selbst aber zu spät mit attraktiven E-Commerce-Plattformen an seine Kunden herantrat. Doch auch bei Online-Shops läuft es nicht sorgenfrei: Deren Kunden wünschen Zahlung auf Rechnung, lassen diese aber häufig offen. Wir haben hier einige Tipps notiert und außerdem eine Absicherung vorgestellt.

Wer aufgeben musste

Sagten wir Einzelhandel? Mit Toys‘R‘Us meldete eine Spielzeug-Megastore-Institution ihren Konkurs an – jedoch nicht hierzulande, sondern in den USA. Dennoch muss man fragen, was eine Kette wie Toys‘R‘Us den einschlägigen Online-Shops, die die Preise einfach unterbieten, noch entgegensetzen kann. Kritisch stand es auch um die Handelskette Galeria Kaufhof, als die Kreditversicherer Limite senkten.

Mitte des Jahres traf Air Berlin der Konkurs – und die deutsche Wirtschaft litt insofern, als dass die Dienstreise-Budgets vieler Unternehmen nach oben geschraubt werden mussten, da innerdeutsche Flüge seither deutlich teurer wurden. Immerhin, für die Kreditversicherer war die Air-Berlin-Pleite irrelevant, wie uns auch der Gesamtverband der Deutschen Kreditversicherer bestätigte. Hauptsächlich Privatkunden hatten Geld verloren, weil sie ihre gebuchten Flüge nicht mehr antreten konnten.

Wie man sich schützt

Von der Digitalisierung durchgeschüttelte Märkte und instabile politische Verhältnisse sorgen weiterhin für erhöhten Druck auf Unternehmen und Branchen. Die Kreditversicherer helfen an dieser Stelle nicht nur, wenn ein Schaden entstanden sind. Ihren weitaus größten Nutzen entfalten sie zwei, dritte Schritte vor – indem sie den Schaden durch präzise Marktbeobachtung und Information komplett verhindern. Eine Kreditversicherung dient Ihnen als Navi in wirtschaftlich und politisch schwierigen Zeiten! Überprüfen Sie immer wieder, ob Sie ausreichend versichert sind.

Seit einigen Jahren Dauerthema ist die Insolvenzanfechtung. Immerhin war 2017 aber das Jahr, in dem es überraschend zu einer Gesetzesnovelle kam, die unter anderem die Anfechtungsfrist auf vier Jahre herabsetzt. Versicherer und Anwälte warnen aber weiterhin vor Rückforderungen. Schutz erlangen Sie mit einer Insolvenzanfechtungsversicherung.

Wenn Unternehmen hereingelegt werden

Im Mai 2017 legte die Schadsoftware WannaCry weltweit Zehntausende Computer lahm. Außerdem hörten (und hören) wir vermehrt von Betrügereien mit der sogenannten Fake-President-Masche. An unserem jährlichen Mandantentag widmeten wir uns dem Thema Cybercrime daher umfassend. Wichtigster Rat: Bleiben Sie immer misstrauisch!

Fake President

 

Was uns außerdem um- und antrieb

Im Jahr 2018 werden wir bereits 25 Jahre für die Absicherung Ihrer Forderungen unterwegs sein – und warum Sie von der Zusammenarbeit mit einem Fachmakler nur profitieren können, haben wir hier aufgeschrieben. Dazu vernetzen wir uns mit unserem Engagement im BARDO e.V. – dem Verband der Kreditversicherungsmakler – auch innerhalb der Branche. Seit 2017 ist unser Geschäftsführer Frank Otto nun auch im Vorstand des Verbands.

Und dass wir nicht nur umtriebig, sondern auch wendig sind, haben wir bei einigen Laufrunden bewiesen: unser VIA-Team „Helden der Kreditversicherung“ trat zum B2Run in Aachen, zum Firmenlauf Aachen sowie beim B2Run Köln an. Vielleicht sehen wir ja beim nächsten Mal auch Sie?

 

Liebe Leserinnen und Leser, wir wünschen Ihnen ein chancenreiches, erfolgreiches und gut abgesichertes Jahr 2018 – natürlich informieren wir Sie auch in diesem Jahr über alle entscheidenden Entwicklungen aus der Welt der Wirtschaft. Sie finden unsere News an dieser Stelle, sowie:

 

Gefällt Ihnen unser Artikel? Teilen Sie ihn gerne mit Ihren KollegInnen:

Einen Kommentar hinterlassen